MAN-ov električni kamion je upravo prešao Brennerski prelaz i stigao do Ladeparka na Inntaler Autohofu u Raublingu. Na slici (s leva na desno): Christian Bernreiter, bavarski državni ministar za stanovanje, gradnju i saobraćaj; Rene Zumtobel, tirolski pokrajinski savetnik za saobraćaj, zaštitu životne sredine i prirode; Georg Dettendorfer, izvršni direktor speditivne firme Dettendorfer; Dr. Frederik Zohm, član uprave za istraživanje i razvoj u MAN Truck and Bus. Foto: Huss Verlag/Sawary-Kohnen
MAN-ov električni kamion je upravo prešao Brennerski prelaz i stigao do Ladeparka na Inntaler Autohofu u Raublingu. Na slici (s leva na desno): Christian Bernreiter, bavarski državni ministar za stanovanje, gradnju i saobraćaj; Rene Zumtobel, tirolski pokrajinski savetnik za saobraćaj, zaštitu životne sredine i prirode; Georg Dettendorfer, izvršni direktor speditivne firme Dettendorfer; Dr. Frederik Zohm, član uprave za istraživanje i razvoj u MAN Truck and Bus. Foto: Huss Verlag/Sawary-Kohnen
2025-08-28

MAN Truck & Bus i spedicija Dettendorfer testiraju od sredine jula na četiri nedelje u okviru pilot-projekta noćnu upotrebu potpuno električnih kamiona na Brenner ruti između Raublinga i Bolzana. Jer zbog postojećeg izuzetka od zabrane noćne vožnje na Inntal autoputu (A12) električni kamioni smeju da voze noću, za razliku od dizel kamiona. Noćni preskok preko Brennera je u principu moguć od 2021. godine. Georg Dettendorfer, izvršni direktor spedicije Dettendorfer:

„Für uns ist klar: Wenn wir den Wandel zur klimafreundlichen Logistik schaffen wollen, brauchen wir Lösungen, die im Alltag funktionieren – über Landesgrenzen hinweg und ohne Einschränkungen beim Serviceversprechen.“

Die familiengeführte Spedition testet bereits seit mehreren Jahren alternative Antriebe im Realbetrieb und nun erstmals auch im grenzüberschreitenden Nachteinsatz.

Jährlich rund 95 Tonnen CO₂-Ersparnis pro Fahrzeug

Mit dem aktuellen Pilotprojekt sollen Verkehrsflüsse am Brenner entzerrt, Staus vermieden, CO2- und Lärm-Emissionen gesenkt und die Versorgungssicherheit erhöht werden, heißt es von den Projektbeteiligten. Dr. Frederik Zohm, Vorstand Forschung & Entwicklung bei MAN Truck & Bus:

„Elektrische Schwerlastlogistik revolutioniert den Straßengüterverkehr – selbst unter anspruchsvollsten topografischen Bedingungen, die in alpinen Regionen vorherrschen. Mit diesem Projekt zeigen wir, dass vollelektrische Lkw nicht nur praxistauglich sind, sondern unter anderem durch Rekuperation und die Möglichkeit nächtlicher Transporte neue Effizienz, Nachhaltigkeit und Verkehrssteuerung setzen. Politik und Industrie müssen Hand in Hand arbeiten, um emissionsfreie Logistik flächendeckend

Realität werden zu lassen.“

Eine Modellrechnung zeige beispielsweise, dass bereits 300 in der Nacht eingesetzte E-Lkw die Blockabfertigung am Tag in Kufstein um bis zu eine Stunde reduzieren könnten. Gleichzeitig würden E-Lkw einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn jeder E-Truck spare jährlich bei einer Fahrleistung von 110.000 Kilometer im Schnitt rund 95 Tonnen CO₂ pro ein. Schon bei 300 Fahrzeugen täglich ergebe sich damit ein Einsparpotenzial von bis zu 28.000 Tonnen CO₂ pro Jahr, was dem Ausstoß einer Kleinstadt entspräche. Auch Dettendorfer betont:

„Wir möchten etwas für die Umwelt tun, aber auch wirtschaftlich bleiben.“

Mehr Ladesäulen am Brenner notwendig

Und Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, erklärt weiter:

„E-Lkw können ein wichtiger Teil der Lösung für den alpinen Güterverkehr auf der Brennerroute sein. Wenn wir die Verkehrswende ernst nehmen, müssen wir auch den Straßengüterverkehr nachhaltiger gestalten. Der nächtliche Einsatz von eTrucks zeigt: Weniger CO₂, weniger Lärm und eine bessere Ausnutzung der Infrastruktur sind möglich. Das ist ein wichtiges Signal für grüne Nutzfahrzeug-Korridore in ganz Europa.“

Jetzt komme es auf einen konsequenten und grenzüberschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur an, so Bernreiter weiter. Und auch Dettendorfer sieht die Dringlichkeit von neuen Ladepunkten für E-Lkw im grenzüberschreitenden Verkehr von Deutschland, Österreich und Italien. Dettendorfer:

„Es wäre gut, wenn an der Brenner-Autobahn neue E-Ladestationen entstehen würden.“

So kann

in Raubling nachts derzeit zu rund 0,41 Euro/kWh, in Bozen zu etwa 0,38 Euro/kWh geladen werden. Zudem steigt die Rekuperation auf der bergigen Strecke laut Hersteller auf bis zu 40 Prozent. Denn während beim Diesel-Lkw Bremsenergie ungenutzt verloren gehe, speichere der E-Truck diese als Strom zurück in die Batterie.

So ist ein E-Lkw auf der Brennerroute laut MAN Truck & Bus nicht nur zur Vermeidung der Blockabfertigung und von Stau sinnvoll, sondern auch unter ökonomischen Aspekten. Zudem ergebe sich bei einer Jahreslaufleistung von über 110.000 Kilometern auf deutschen Autobahnen eine jährliche Mautersparnis von über 60.000 Euro pro Fahrzeug.

Mautbefreiung ist befristet

Die 100-prozentige Mautbefreiung gilt allerdings aktuell ausschließlich in Deutschland. Auf der A13 in Österreich werden E-Trucks insbesondere nachts lediglich mit bis zu 75 Prozent weniger Maut belastet. In Italien werden auf der Brennerroute nach Bozen hinsichtlich Maut nur wenige Unterschiede zwischen Diesel- und E-Lkw gemacht.

EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hatte vor Kurzem empfohlen, die bisher bis Ende 2025 befristete Mautreduzierung für E-Trucks bis Mitte 2031 auszudehnen. Ziel sei es, die Investitionssicherheit für Logistikunternehmen zu erhöhen und den Umstieg auf E-Mobilität zu beschleunigen. Dettendorfer erklärt dazu nachdrücklich:

„Die Mautbefreiung muss auch in Zukunft bestehen bleiben, um den Hochlauf der Fahrzeuge zu unterstützen. Wir als Logistiker brauchen Nachhaltigkeit und Beständigkeit in der Politik und damit Planungssicherheit.“

Denn über eine

Laufzeit von drei Jahren und einem typischen Lkw-Einsatzszenario trägt die Mautersparnis eines E-Lkw laut dem Hersteller zu einem Gesamtkostenvorteil von über 15 Prozent gegenüber mit Diesel betriebenen Fahrzeugen auf der Brennerroute bei. Hinzukommen würden niedrigere Energie- und Wartungskosten, die Befreiung von der Kfz-Steuer und die zunehmend verfügbare Ladeinfrastruktur entlang der Brenner-Route. Rene Zumtobel, Tiroler Landesrat für Verkehr, Umwelt- und Naturschutz:

„E-Mobilität ist die Zukunft. Die E-Lkw muss man als Brückentechnologie sehen.“

Lärmdifferenz von rund zwölf Dezibel

Batterieelektrische Lkw reduzieren laut den Projektbeteiligten zudem auch die Lärmemissionen im Vergleich zu Diesel-Lkw. So sei der E-Truck in akustischen Tests bei beschleunigter Anfahrt als rund halb so laut wahrgenommen worden wie ein herkömmlicher Diesel. Konkret ergebe sich eine Pegeldifferenz von rund zwölf Dezibel. Das entspreche dem Unterschied zwischen einer Hauptverkehrsstraße und einer ruhigen Straße in einem Wohngebiet.

Kühltransporte über den Brenner

Mit dem MAN E-Lkw, der seit Juni 2025 in München in Serie produziert wird, können laut Hersteller Tagesreichweiten von bis zu 800 Kilometer mit einer Zwischenladung im Winter wie im Sommer erreicht werden. So könne der E-Truck nachts grenzüberschreitend auf der gesamten Strecke zwischen Deutschland und Italien und damit etwa von München nach Verona oder von Rosenheim über den Brenner nach Bozen und zurück verkehren. Das sei auch interessant für Transporte in der Kühl- und Pharmalogistik oder bei zeitkritischen